Wann können wir Ihnen helfen?
Unser Schwerpunkt liegt auf der Prävention sexueller Übergriffe auf Kinder und des Konsums von Missbrauchsabbildungen. Wenn sich eine Person aus Ihrem Umfeld sexuell zu Kindern hingezogen fühlt und für unser Therapieangebot infrage kommt, können wir auch Sie als Angehörige unterstützen. Die Hilfe für Angehörige findet insbesondere im Rahmen von Paar- und Familiengesprächen statt und kann dabei helfen, die betroffene Person auf dem Weg in unser Therapieangebot zu begleiten.
Bitte beachten Sie: Wir sind keine allgemeine Beratungsstelle für Angehörige. Wenn Sie unabhängig von einer möglichen Therapie der betroffenen Person Beratung oder Unterstützung für sich selbst suchen, können andere spezialisierte Beratungsstellen die geeigneteren Ansprechpartner sein.
> Mehr über das Therapieangebot erfahren
Unser Angebot richtet sich vornehmlich an Betroffene und Angehörige aus Schleswig-Holstein. Wenn Sie in einem anderen Bundesland leben, finden Sie über das bundesweite Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe.
> Beratungsstellen in Deutschland finden
Was kann ich jetzt tun?
Was sinnvoll ist, hängt davon ab, was Sie wissen, was Sie beobachtet haben und in welcher Beziehung Sie zu der betreffenden Person stehen. Im Zusammenhang mit unserem Präventions- und Therapieangebot können wir Sie dabei unterstützen,
- Ihre Fragen zur sexuellen Neigung der betroffenen Person zu klären,
- mit belastenden Gefühlen und Unsicherheiten umzugehen,
- auf das Ihnen entgegengebrachte Vertrauen zu reagieren,
- mögliche Risiken besser einzuschätzen,
- und die betroffene Person auf unser präventives Therapieangebot aufmerksam zu machen.
Wichtig ist: Sie müssen die Situation nicht allein einschätzen oder lösen.
> Kontakt zu unserem Team aufnehmen
Was jetzt?
Wir möchten Ihnen helfen, …
- Ihre Fragen zu klären
- mit belastenden Gefühlen umzugehen
- auf das entgegengebrachte Vertrauen reagieren zu können
- Vorurteile aus dem Weg zu räumen
Aber auch, …
- Risiken zu erkennen
- unser präventives Therapieangebot an Ihren Angehörigen heranzutragen
- Kindesmissbrauch vorzubeugen
Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf – anonym, kostenlos und unter Schweigepflicht.
Fragen, die Sie jetzt beschäftigen können
Ein Gespräch über sexuelle Gedanken oder ein mögliches sexuelles Interesse an Kindern kann sehr schwierig sein. Unsicherheit, Angst, Wut oder Überforderung sind in einer solchen Situation verständliche Reaktionen. Wenn Sie die Person ansprechen möchten, kann es helfen, zunächst bei dem zu bleiben, was Sie konkret wahrgenommen oder erfahren haben, und Ihre Sorge offen anzusprechen.
Sie müssen dabei keine Diagnose stellen und Sie müssen auch nicht bereits wissen, was danach passieren soll. Wenn Sie sich bei einem solchen Gespräch unsicher fühlen, können Sie sich vorher an uns wenden und Ihre Situation mit uns besprechen.
Wenn sich die Person sexuell zu Kindern hingezogen fühlt und Unterstützung sucht, kann sie sich direkt an unser Team in Kiel wenden. Unser ambulantes Therapieangebot richtet sich an Frauen und Männer, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen. Dazu gehören beispielsweise Menschen, die unter ihren sexuellen Gedanken oder Fantasien leiden oder befürchten, sexuelle Übergriffe zu begehen oder Missbrauchsabbildungen zu konsumieren.
Das Therapieangebot ist kostenlos und unterliegt der Schweigepflicht. Eine erste Kontaktaufnahme ist unverbindlich.
Sie können die betreffende Person auf unser Angebot aufmerksam machen oder ihr unsere Kontaktdaten weitergeben.
> Informationen zur Hilfe für Betroffene
Die Sorge um einen nahestehenden Menschen kann belastend sein. Vielleicht wissen Sie nicht, wie Sie das Erfahrene einordnen sollen. Vielleicht empfinden Sie gleichzeitig ganz unterschiedliche Gefühle – etwa Sorge, Wut, Enttäuschung, Angst oder ein starkes Verantwortungsgefühl.
Sie müssen diese Unsicherheit nicht allein aushalten.
Stehen Ihre Fragen im direkten Zusammenhang mit einer möglichen Aufnahme der betroffenen Person in unser Therapieangebot, können Sie sich an unser Team wenden. Wenn Sie darüber hinaus Unterstützung für sich selbst oder eine allgemeine Beratung als Angehörige*r suchen, können Sie sich beispielsweise an spezialisierte Beratungsangebote wie pro familia oder den WEISSEN RING e.V. wenden.
wenden.
Wenn sich eine Person aus Ihrem persönlichen Umfeld sexuell zu Kindern hingezogen fühlt und Sie sie dabei unterstützen möchten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, können Sie sich an unser Team wenden.
Gemeinsam können wir klären, ob unser Therapieangebot für die betroffene Person infrage kommt und wie Sie sie auf dem Weg dorthin unterstützen können.
< Vertraulich Kontakt aufnehmen
Eine pädophile Neigung und sexueller Kindesmissbrauch sind nicht dasselbe. Nicht jeder Mensch, der sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlt, begeht einen sexuellen Übergriff. Umgekehrt liegt auch nicht jedem sexuellen Übergriff auf ein Kind eine pädophile Neigung zugrunde.
Allein eine pädophile Neigung zu haben, ist keine Straftat.
Entscheidend ist, wie die betroffene Person mit ihrer sexuellen Neigung umgeht. Genau hier setzt die Prävention an: Professionelle Unterstützung kann dabei helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und sexuelle Übergriffe zu verhindern.
Personen mit einer Pädophilie fühlen sich sexuell von Kindern mit einem vorpubertären Körper (z.B. keine Scham- und/oder Achselhaare, kleine Scheide, kleiner Penis, kein oder minimaler Brustansatz) angesprochen, die im Allgemeinen nicht älter als 11 Jahre alt sind. Von den Betroffenen können Jungen- und/oder Mädchenkörper als sexuell erregend empfunden werden.
Personen mit einer Hebephilie fühlen sich sexuell von Kindern angesprochen, deren körperliche Entwicklung bereits Merkmale der Pubertät aufweist (z.B. wenig Scham- und/oder Achselhaare, wenig entwickelte Scheide, wenig entwickelter Penis, wenig entwickelter Brustansatz). Folgende Selbstbeobachtungen geben Anlass zur Vermutung, dass eine Pädophilie/Hebephilie vorliegt:
• Sexuelle Erregung beim Betrachten oder beim Kontakt zu vor- und/oder frühpubertären Kindern
• Sexuell erregende Fantasien, in denen vor- und/oder frühpubertäre Kinder eine Rolle spielen
• Konsum von Missbrauchsabbildungen im Internet (sogenannte Kinderpornografie)
• Sexuelle Handlungen vor oder mit Kindern
Es gibt Menschen, die unter ihrer Neigung sehr leiden. Mit Blick auf konkrete sexuelle Verhaltensweisen gelingt es einem Teil der betroffenen Personen, ihre sexuellen Impulse lebenslang auf der Fantasieebene zu belassen. Daher sind die Begriffe Pädophilie und Hebephilie nicht mit sexuellem Kindesmissbrauch oder sexueller Ausbeutung durch den Konsum von Missbrauchsabbildungen gleichzusetzen.
Die Diagnose Pädophilie bzw. Hebephilie kann nach einem gründlichen klinischen Interview gestellt werden, in welchem eine Vielzahl von Informationen zum sexuellen Erleben und Verhalten erfragt werden. Ergänzt werden die hierbei gesammelten Informationen z. B. durch zusätzliche Fragebögen und Testverfahren (Psychodiagnostik).
Fragebögen und Tests stellen jedoch nur zusätzliche Verfahren dar und können ein diagnostisches Gespräch nicht ersetzen. Ohne ein klinisches Interview kann keine zuverlässige Diagnose gestellt werden.
Die Kriterien, die für eine Diagnose Pädophilie erfüllt sein müssen, sind in den international anerkannten diagnostischen Leitlinien festgelegt. Das wichtigste Kriterium ist hierbei die sexuelle Erregbarkeit einer erwachsenen Person durch vor- und/oder frühpubertäre Kinder.
Als Ursachen für die Pädophilie oder Hebephilie werden in der Sexualwissenschaft verschiedene Faktoren diskutiert (z.B. Entwicklungsauffälligkeiten des Gehirns, hormonelle und Neurotransmitterauffälligkeiten, frühe Bindungs- und Beziehungsstörungen, eigene sexuelle Missbrauchserfahrungen). Die Untersuchungen zu den genannten möglichen Ursachen erklären das Phänomen jedoch bisher allenfalls in Teilaspekten. Insgesamt herrscht über die Entwicklung und den Verlauf einer pädophilen oder hebephilen Erregbarkeit noch kein klares Bild und es besteht weiterer Forschungsbedarf.
Nein. Es kann zwischen Personen, die durch vor- und/oder frühpubertäre Kinder erregbar sind und einen sexuellen Kindesmissbrauch begehen und Personen, die durch Erwachsene erregbar sind und einen sexuellen Kindesmissbrauch begehen, unterschieden werden. Letztere sind nicht durch ihre sexuelle Erregbarkeit durch Kinder motiviert und begehen Missbrauchstaten oft im Zusammenhang.
Inwiefern der Konsum von Missbrauchsabbildungen den Wunsch nach Realisierung eines sexuellen Kontaktes mit einem Kind verstärkt, kann nach gegenwärtigem Stand der Forschung nicht abschließend beurteilt werden. Da aber bereits der Konsum ein Straftatbestand ist und eine Form sexuellen Kindesmissbrauchs darstellt, ist der Verzicht auf den Konsum von Missbrauchsabbildungen ebenso Ziel der therapeutischen Bemühungen im Netzwerk „Kein Täter werden“.
Taten, die in irgendeiner Form justizbekannt sind, werden als Taten im Hellfeld bezeichnet (z.B. durch Anzeige, Ermittlungsverfahren, Verurteilung). Ein großer Teil der tatsächlich verübten sexuellen Übergriffe auf Kinder gelangt jedoch nicht zur Anzeige, wird von Justiz und Strafverfolgung nicht erfasst und wird folglich auch in keiner Kriminalstatistik aufgeführt. In der Kriminologie wird dieser Bereich als Dunkelfeld bezeichnet.
Taten, die in irgendeiner Form justizbekannt sind, werden als Taten im Hellfeld bezeichnet (z.B. durch Anzeige, Ermittlungsverfahren, Verurteilung). Ein großer Teil der tatsächlich verübten sexuellen Übergriffe auf Kinder gelangt jedoch nicht zur Anzeige, wird von Justiz und Strafverfolgung nicht erfasst und wird folglich auch in keiner Kriminalstatistik aufgeführt. In der Kriminologie wird dieser Bereich als Dunkelfeld bezeichnet.